OpenAI treibt die Entwicklung des nächsten Flaggschiffmodells zügig voran, doch aufgrund des Safety Alignments und des Aufbaus der Testinfrastruktur besteht weiterhin Unsicherheit über den Veröffentlichungstermin. Laut Informationen von The Information aus dem 10. Monat (Oktober) rechnen OpenAI-Mitarbeiter damit, dass das Unternehmen bis Ende 2026 ein bis zwei neue Modelle veröffentlichen wird, wobei unklar ist, ob das sich in Entwicklung befindende Flaggschiff-Upgrade-Modell darunter sein wird.
Dem Vernehmen nach setzt das neue Flaggschiffmodell dieselbe rekurrente Transformer-Technik wie Astra ein, die sogenannte „Recurrent Depth“ (rekurrente Tiefe). Diese Technik lässt das Modell das aktuelle Token vor der Generierung des nächsten Tokens mehrfach durch dieselben Transformer-Schichten verarbeiten, was die mathematischen Reasoning- und Programmierfähigkeiten verbessern und kleineren Modellen ermöglichen kann, mit geringeren Kosten eine stärkere Leistung zu erzielen.
Allerdings verlagert rekurrentes Reasoning auch einen Teil der Rechenvorgänge in interne numerische Darstellungen, die für eine menschliche Überprüfung schwer zugänglich sind, und schwächt damit die Fähigkeit, das Modellverhalten über lesbare Gedankenketten zu überwachen. Berichten zufolge hat OpenAI die Anzahl der Rekurrenzdurchläufe von Astra begrenzt, um die Lesbarkeit des Reasoning-Prozesses zu erhalten, und rund 10 % der gesamten Rechenleistung in algorithmische Alignment- und Sicherheitsforschung umgeleitet – eine Rechenleistung, die angeblich mehrere hundert Megawatt erreicht.
Ein zuvor von Microsoft veröffentlichter technischer Artikel zu GPT-6.1Sol legte versehentlich Details zum rekurrenten Reasoning offen und wurde anschließend wieder entfernt. OpenAI muss zudem die Sicherheitstests vervollständigen und gemäß den entsprechenden Vereinbarungen vor der Übergabe des Modells an externe Partner sowie vor der offiziellen öffentlichen Veröffentlichung eine Sicherheitsbewertung durch die US-Regierung durchlaufen. Dieser Entwicklungsfortschritt zeigt, dass der Ausgleich zwischen gesteigerter Reasoning-Leistung und Sicherheitsüberwachbarkeit zu einer zentralen Herausforderung für die Veröffentlichung der nächsten Modellgeneration wird.