Der Browserhersteller Opera führt einen neuen Webstandard namens WebAI ein, mit dem Nutzer KI-Modelle direkt im Browser ausführen können, ohne auf die Cloud angewiesen zu sein.
Opera betont, dass WebAI nicht an ein einzelnes Modell gebunden ist, sondern für verschiedene Open-Weight-Systeme entwickelt wurde. Als Beispiel nennt das Unternehmen Gemma von Google, ein Open-Weight-Modell, das vor zwei Jahren erstmals vorgestellt wurde; auf dem Mac kann WebAI zudem auf Apples eigenes On-Device-Foundation-Modell zugreifen.
Derzeit ist WebAI in Form einer frühen Vorschau im Hauptprodukt Opera One enthalten. Das auf Gamer und Streamer ausgerichtete Opera GX sowie Opera Neon, das mit Agenten arbeiten kann, sollen bald folgen. Nutzer müssen die Funktion jedoch aktiv einschalten, damit sie greift.
Datenschutz und Kosten als doppeltes Verkaufsargument
Der Vorteil von Open-Weight-Modellen ist ganz konkret: Sie sind in der Regel kostenlos herunterladbar und frei nutzbar, und da die Gewichte offenliegen, haben Entwickler größeren Spielraum für anpassungen nach Bedarf – wenn auch nicht ganz Open Source, gelten weiterhin Einschränkungen bei Nutzung und Veränderung.
Opera stellt den Datenschutz in den Vordergrund: Bei der Nutzung von KI müssen keine persönlichen Informationen an Unternehmensserver übertragen werden, und man muss auch kein Abo für Clouddienste bezahlen. In der Ankündigung heißt es unverblümt – Entwickler können ihren Produkten KI hinzufügen, ohne selbst eine KI-Infrastruktur aufzubauen und nutzungsabhängig zu zahlen; Nutzer brauchen kein Abo abzuschließen, die lokal verarbeiteten Informationen bleiben auf dem eigenen Gerät, und die KI auf dem Computer bleibt unter eigener Kontrolle. Mit WebAI können Nutzer direkt im Browser Texte generieren, Inhalte klassifizieren und Zusammenhänge zwischen Informationen verstehen.
Lokale Modelle sind nicht risikofrei, bieten aber mehr Kontrolle. Der Preis dafür ist, dass sie direkt Rechenleistung des eigenen Geräts beanspruchen und die Leistung beeinträchtigen können; das tatsächliche Erlebnis hängt von der Hardwareausstattung ab. Da KI-Assistenten zunehmend mehr persönliche Informationen lesen können, wachsen auch die Datenschutzbedenken – und die gesamte Verarbeitung auf dem eigenen Gerät zu belassen, statt sie an die Unternehmenscloud zu übergeben, passt genau zu Operas seit Jahren auf digitale Datenschutz ausgerichteter Linie.